Strategiewechsel bei Universal Music

Universal will noch dieses Jahr den gesamten Musikkatalog auf einer Online-Plattform anbieten, die ausschliesslich durch Werbung finanziert werden soll. Der Dienst soll vorerst nur in den USA und Kanada verfügbar sein. Die Songs werden wohl durch das DRM-System von Microsoft geschützt, womit sie auf einem iPod nicht laufen werden.

Nachdem die Musikindustrie lange vergeblich versucht hat, durch kriminalisierung von meist jugentlichen Konsumenten das Tauschen von Musik über P2P-Tauschbörsen zu Verhindern, wird nun anscheinend mit neuen Geschäftsmodellen versucht, die jungen Hörer zurück zu gewinnen. Diese Zielgruppe sei besonders interessant für die Werbebranche und habe zudem genug Zeit um sich Werbefilme anzusehen.

Quellen:
NZZ Online
golem.de
SF Tagesschau

Video- und Tonaufzeichnungen der Veranstaltung “The Grey Commons” online

Das Referat von Rasmus Fleischer, dem Aktivist des “Bureau of Piracy” in Schweden, steht auf der Download-Seite in verschiedenen Formaten zur Verfügung. Die Veranstaltung fand am 28.6 in der Roten Fabrik statt und hatte folgenden Inhalt:

Ein Blick zu Projekten in Skandinavien: “Piratbyran” (Bureau of Piracy) und “Piratgruppen” fördern die informationelle Piraterie und fokussieren sich auf Fragestellungen zu geistigen Monopolrechten und File Sharing. Die beiden sind Schwesterorganisationen von “The Pirate Bay”, dem weltweit grössten Bittorrent-Tracker. Dieser ist ein Herzstück von modernem Filesharing. Auf rechtlicher Ebene ist die “Piratpartiet” (The Pirate Party) aktiv – diese möchte das Urheberrecht fundamental ändern, das Patentsystem abschaffen und die Privatsphäre der Bürger stärken. Mit diesem Programm wird der Einstieg in das schwedische Parlament angestrebt.

Im Rahmen der Veranstaltung werden die Aktivisten zu Wort kommen und erklären weshalb eine graue Zone der Kopierbarkeit zentral für Kreativität ist. Sie werden dabei durch Rasmus Fleischer (Schweden) vertreten. Er wird sein Referat auf Englisch halten.

Der Veranstaltungshinweis enthält auch Links mit Hintergrundinformationen, zu Presseartikeln und Interviews mit Rasmus Fleischer.

WOZ: Was du darfst, sagen wir.

Die WOZ hat in ihrer Ausgabe vom 24.8.06 einen längeren Beitrag und ein Interview mit der Stiftung für Konsumentenschutz über die anstehende Urheberrechtsrevision.

Der Artikel macht auf den Versuch der zunehmenden Kontrolle der Nutzungsmöglichkeiten über DRM aufmerksam. Im Interview wird dann die Position der Stiftung für Konsumentschutz zum aktuellen Entwurf vorgestellt. Gemäss der Stiftung verschiebt sich mit der Urheberrechtsrevision die vorgesehene Balance im Urheberrecht zu ungunsten der Konsumenten. Die Stiftung Konsumentenschutz fordert deshalb die Streichung des vorgesehenen Artikels des Verbots des Einführen, Anbieten und Veräussern von Umgehungshilfen, damit der Durchschnittskonsument auch weiterhin Kopien zum Eigengebrauch erstellen kann. Auch erachten sie die Beobachtungsstelle im aktuellen Vorschlag als ungeeignet.

Rechtskomission Ständerat tritt auf URG Revision ein

In einer Medienmitteilung vom 24.8.06 gibt die Kommission für Rechtsfragen des Ständerats bekannt, dass sie auf die Vorlage zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes eintreten:

Im Weiteren hat die Kommission einstimmig beschlossen, auf eine Vorlage zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes und zur Genehmigung von zwei Abkommen der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WCT und WPPT) ( 06.031 s Urheberrecht. Übereinkommen ) einzutreten. Ziel dieser Vorlage ist es, das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte an die digitalen Technologien anzupassen und die Standards der beiden Abkommen ins Landesrecht zu übertragen. Die Kommission hat beschlossen, Anhörungen durchzuführen, bevor sie die Detailberatung aufnimmt.

Die Debatte rund um den Schutz technischer Massnahmen in der Schweiz wird indemfall in den nächsten Monaten aktuell. Nach den Anhörungen wird die Vorlage wohl in den Ständerat kommen und von dort in den Nationalrat.

Pirate Party Backs Speedy, Anonymizing Internet Service

As part of an ongoing campaign for privacy, PiratPartiet, the Swedish Pirate Party, are giving their backing to a new anonymizing service called Relakks, which, unlike proxies, promises no loss of speed on any internet service – including P2P.

The Pirate Party is working towards three goals: shared culture, free knowledge, and protected privacy.

As part of the fight for privacy, the party aims to win seats in the Swedish parliament in the upcoming national elections in September. This will place them in a position to begin fulfilling an election promise to work on turning the tide against Sweden becoming a surveillance state.

Full article (August 14, 2006): http://www.slyck.com/news.php?story=1263