Abschlusskonferenz COMMUNIA – 28 – 30. Juni

Die Digitale Allmend ist beim Projekt COMMUNIA dabei. Ende Juni findet nun eine Konferenz statt:

The NEXA Center for Internet & Society at the Politecnico di Torino and the Berkman Center for Internet & Society at Harvard University are proud to announce that registration for the international conference “University and Cyberspace: Reshaping Knowledge Institutions for the Networked Age” is now open.

This multi-disciplinary conference – held within the context of COMMUNIA, the European thematic network on the digital public domain, COMMUNIA – will focus on the ways in which the Internet affects universities as knowledge institutions. The discussions aim to outline changes and questions in order to maximize the benefits offered by these technological advances.

The conference will be held on 28-30 June 2010 on the main campus of Politecnico di Torino, Torino, Italy.
Website: http://university-and-cyberspace.org.

Please register:. The event is free and open to both COMMUNIA members and the public at large.

The three-day conference will follow a matrix structure: along with “vertical” tracks on digital natives, information infrastructure (library evolution, open access, etc.) and spatial (both physical and virtual) infrastructure. Three “horizontal” plenary sessions are also scheduled, addressing the three core missions of universities: education, research and the civic role of universities within society.

Confirmed speakers include: Prof. Stefano Rodota (University of Rome), writer and futurologist Bruce Sterling, Prof. John Palfrey (Harvard Law School, author of “Born Digital”, one of the first studies on digital natives), Prof. Jef Huang (EPFL, architect), Prof. Terry Fisher (Harvard Law School). The final program will be made available by early June.

A generous contribution provided through institutional funding will enable the public-at-large to attend; however, space is limited and pre-registration is required.

Cheflöhne von Verwertungsgesellschaften sollen gekürzt werden

Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer plant eine sehr interessante parlamentarische Initiative zum Thema Löhne der Chefs der Verwertungsgesellschaften. Der Blick hat gestern darüber berichtet und die Gehälter sind wirklich sehr hoch:

Deren Gehälter sind stolz: So kassierte der Geschäftsführer der Musikrechte-Verwalterin Suisa letztes Jahr 357000 Franken. ProLitteris (Literatur) zahlte ihrem Chef 308100 Franken, bei der Société des Auteurs (SSA) sind es 240000 Franken, bei Suissimage (SI) 200300 Franken.

Wenn man nun in Betracht zieht, dass sehr viele Urheber die Mitglied in einer Verwertungsgesellschaft sind nur sehr wenig bekommen, dann wirkt das ganze noch grotesker. Für SUISA haben wir vor Jahren einmal darüber berichtet.

Open Expo – 1/2. April

Am 1. und 2. April findet die OpenExpo 2009 in Bern statt:

Die Krise als Chance – auch für den Durchbruch von Open Source Software! In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten steigt der Kostendruck auf IT-Abteilungen und Open Source Lösungen erhalten plötzlich eine neue Attraktivität. Wie wird konkret Nutzen aus Open Source Software gezogen, was sind die Business Modelle dahinter, wie werden Fehler vermieden und Probleme behoben? Diese und weitere Fragen behandeln die 40 Referate der OpenExpo, der grössten Schweizer Open Source Veranstaltung.

Mehr Infos gibt es auf der Webseite der OpenExpo.

Mo 6. April 2009 – Mitgliederversammlung Digitale Allmend

Mo 6.4.2009: Mitgliederversammlung Digitale Allmend
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Am 6. April findet die Mitgliederversammlung der Digitalen Allmend statt. Neben einem Rückblick über das vergangene Jahr, geht es auch um
die Planung von 2009. Einige Themen, wie z.B. Creative Commons Switzerland stehen dabei auf der Agenda.

Ort: VMK 1.4 – ZHDK, Sihlquai 131, 1. Obergeschoss, Zürich

Zeit: ab 19:30

Datum: 6. April 2009 (im Rythmus des Monatstreff)

1. Begruessung
2. Bericht des Vorstands
2.1 Jahresbericht
2.1.1 Allgemein
2.1.2 Project Lead Creative Commons
2.1.3 Weitere Aktionen
2.2 Finanzen
2.3 Entlastung des Vorstands
3. Personelles und Neuwahlen
4. Statutenänderung
5. Vereinsadministration
7. Aktivitäten 2009
7.1 Allgemein Allmend
7.2 . Creative Commons Switzerland
8. Budget 2009
9. Diverses

Wir bitten alle Mitglieder an die MV zu kommen. Interessierte sind herzlich willkommen und können an die MV kommen.

Sa 28. März 2009 – Workshop Creative Commons und SUISA am m4music Festival

English Summary: There will be a joint workshop from CC Switzerland and the collecting society SUISA at the M4music Festival in Zurich.
Workshop: Creative Commons vs. SUISA

Conference: Sa 28. März 2009, 18:00
Moods, Zurich

Dem bewährten Modell der kollektiven Urheberrechtsverwertung durch Gesellschaften wie die SUISA steht die relativ junge Idee der individuellen Verwertung mittels «Creative Commons» (CC) gegenüber: CC bietet mit modularen Lizenzen ein weltweit einheitliches System, das für Kreative sowie Nutzer geschaffen wurde und leicht verständlich ist. Doch bringt CC den Musikschaffenden tatsächlich auch die erhofften Vorteile bei der Verwertung seiner Werke?

Poto Wegener Jurist SUISA, Zurich
Philippe Perreaux Jurist, Teamleader Creative Commons Switzerland, Zurich

Über m4music: Das Festival des Migros-Kulturprozent ist ein einzigartiger Treffpunkt für die nationale Popmusikszene.

Document Freeedom Day

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Gestern war der erste weltweite “Document Freedom Day”. Die Veranstalter schreiben

Roughly 200 teams from more than 60 countries worldwide are organising local activities to raise awareness for Document Freedom and Open Standards

Leider ist sogar auf deren eigener Website ist darüber nicht viel über die einzelnen Aktionen zu finden. Schade, denn die Sache ist wichtig.

In a world where records are increasingly kept in electronic form, Open Standards are crucial for valuable information to outlive the application in which it was initially generated. The question of Document Freedom has severe repercussions for freedom of choice, competition, markets and the sovereignty of countries and their governments.

Aber ein Anfang ist gemacht. Und der nächste 26. 03. kommt bestimmt. Bis dahin hat Ars Technica hat einen guten Artikel zum Event.

Ist Wissen formalisierbar?

Eine Lesegruppe der Digitalen Allmend beschäftigt sich mit Themen der Wissensgesellschaft. Nach etwas Aufwärmen und einem letzten Schluck aus Tasse oder Glas haben wir uns am 18. Februar über einen Text zum Thema Wissen gebeugt.

“The duality of knowledge” beleuchtet die Thematik aus dem Blickwinkel von Knowledge Management. Hildreth und Kimble gehen der Grenzlinie zwischen weichen und hartem Wissen nach. Die Existenz und Art dieser Abgrenzung entscheidet, wie weit ein Formalisierung, verbale Erfassung und Verarbeitung mit Informationstechnologie möglich ist.

Nach Mitte des letzten Jahrhunderts war die Wissenschaftscommunity ziemlich optimistisch, dass jegliches Wissen in explizites und formalisierbares Wissen transformiert werden kann. Ein Ausdruck davon waren etwa die sogenannten Expertensysteme, in denen man das Wissen von Fachleuten erfassen und unabhängig von Personen und Kontext verfügbar machen wollte. Die Diskussionsrunde äussert sich ziemlich skeptisch und es wird etwa auf die Schwierigkeit hingewiesen, das Wissen und die Erfahrung einer erfahrenen Feuerwehtruppe in ein Informatiksystem abzufüllen.

Der Text stellt fest, dass inzwischen eine andere Sicht aufs Wissen Platz gegriffen hat. In den letzen Jahrzehnten wird eine Zweiteilung, eine Dichotomie zwischen implizitem Wissen (tacit knowledge) und explizitem Wissen postuliert wird. Hier entbrennt eine lebhafte Diskussion in der Runde. Einzelne Autoren postulieren nämlich, dass ein spiralartiges Überschreiten der Grenzen zwischen beiden Wissensformen möglich ist. Die Verfasser des Papers werfen dieser Position innere Widersprüchlichkeit vor. Wenn der Unterschied zwischen beiden Wissensformen absolut ist, kann es keine Grenzüberschreitung geben. In der Diskussion können wir dass wohl nachvollziehen. In einem sozialen Prozess ist es aber doch möglich, Brocken von implizitem Wissen ins Reich des expliziten herüberzuziehen.

Das Paper postuliert eine dual genannte Position. Es stellt fest, dass Wissen eben beide Elemente, weiche und harte, enthält. Zudem binden die Autoren die Produktion und Reproduktion von Wissen direkt an menschliche Aktivitäten. Dazu greifen sie auf das Konzept von Communities of Practice zurück. Solche Communities hantieren wohl mit hartem Wissen, beruhen und funktionieren aber mit wichtigen Anteilen von implizitem Wissen. In den Stil und den Interpretationshorizont einer solchen Communitiy kann ein Individuum nur durch Lernen und Erfahrung hineinwachsen.

Unabhängig vom Text haben wir auch eine andere Dimension des Wissensbegriffs diskutiert. Welche Formen von Informationswolken in der menschlichen Gesellschaft können wir als Wissen ansehen? Einen Pol in der Diskussion bildet der Ansatz, Wissen an den Wahrheitsbegriff zu binden. Am andern Ende steht der Anspruch, jede Form von minimal strukturierten Informationen als Wissen zu fassen, etwa auch die Mythen und handwerklichen Praktiken eines indigenen Stammes. Diese Diskussion konnte nicht wirklich abgeschlossen werden. Trotz einzelner erkenntnistheoretischer wie humoristischer Höhenflüge.

Die nächsten Treffen werden der Diskussion einiger soziologischer Konzepte der Wissensgesellschaft bei Drucker, Bell und Castells dienen. Am 31. März geht es los mit dem Kapitel zu Drucker aus: Jochen Steinbicker. Zur Theorie der Informationsgesellschaft : ein Vergleich der Ansätze von Peter Drucker, Daniel Bell und Manuel Castells.

Urs Meile

Was ist Information?

Die Lesegruppe Wissensgesellschaft der Digitalen Allmend hat Fahrt aufgenommen. Gleich zu Beginn ist ein Bedarf nach einer gewissen Klärung von Begriffen wie Information und Wissen zum Ausdruck gekommen. Am 21. Januar haben wir Material zum Thema Information besprochen.

Eine grundlegende Frage lautet, ob es einen einheitlichen, universellen Begriff von Information geben kann. Unter den Diskutierenden herrschte eher der Eindruck vor, dass es abhängig vom Kontext verschiedene legitime Begriffe von Information geben kann. Der Wikipedia Artikel „Information“, auf den wir uns im Gespräch bezogen haben, unterscheidet einleitend eine naturwissenschaftliche und eine gesellschaftliche Ebene.

Der Artikel deutet den naturwissenschaftlichen Informationsbegriff als „Muster von Materie und/oder Energieformen“. In der Folge bleibt der Artikel hier aber einigermassen diffus und trägt beispielsweise wenig zu Erhellung des Verhältnisses von Entropie und Information bei.

Wenig Zweifel gibt es, dass in der menschlichen Gesellschaft Informationen und Wissen generiert und reproduziert wird. Die Frage nach Abgrenzungen wurde lebhaft diskutiert. Wenn Menschen Informationen im Kontext eines Sinnsystems interpretieren – kann dann in gleicher Weise bei Primaten von Informationen gesprochen werden? Oder bei der Vervielfältigung von Einzellern?

Und wie steht es bei technischen Systemen: Verarbeitet ein entschwebender Satellit Information (oder nur Daten)? Kann er sogar etwas „wissen“ – etwa seine Position gegenüber der Erde? Das ist kontrovers diskutiert worden. Es wurde darauf verwiesen, dass ein Satellit ein Subsystem der menschlichen Gesellschaft bleibt und seine Rechner nur vorprogrammierte Algorithmen abarbeiten.

Immer wieder angesprochen wurde das auf Shannon zurückgehende Kommunikationsmodell der Information (Sender / Übertragung / Empfänger). Das Modell gehört weder zu abstrakten naturwissenschaftlichen noch zu gesellschaftlichen Konzepten. Es ist ein Begriff der Nachrichtentechnik, das allerdings in den 50er und 60er Jahren sehr stark in die Sozialwissenschaften hineinwirkte. Seither hat sich das verschoben. In der Semiotik wird etwa eher die zentrale Rolle der Empfängerseite betont, die auch Dinge als Zeichen interpretieren kann, die nie von einem Sender designt und abgeschickt worden sind.

Von Interesse ist auch die Frage, ob Konzepte der Informationsgesellschaft überhaupt von einem bestimmten Informationsbegriff abhängen. Vermutlich nicht. Der Begriff hat sich nach Mitte des 20. Jahrhunderts eher auf den Trend bezogen, dass immer mehr Menschen nicht mehr direkt mit materieller Produktion zu tun haben. Er verweist auf einen sozialen Wandel und wurde als Abkehr von der Industriegesellschaft (und gelegentlich vom Kapitalismus) konzipiert.

Die Lesegruppe ist gut unterwegs in einer Grösse, welche eine flache und spontane Gesprächskultur fördert. Beim nächsten Treffen am 18. Februar beprechen wir die den Wissensbegriff anhand des Artikels „The duality of knowledge“ von Hildreth/Kimble.

Urs