The Future of the Open Source Desktop

2. The Future of the Open Source Desktop – KDE Release Event

Datum: Mi 28.1.
Zeit: 17:30
Ort: ETH Zürich, Audimax

Zur Veröffentlichung der lang erwarteten KDE Version 4.2. hat [project 21] einen Release Event ins Leben gerufen.

Mit Aaron Seigo konnten wir einen engagierten Mitentwickler von KDE als Redner gewinnen. Er setzt sich seit 8 Jahren aktiv für die Weiterentwicklung und Bekanntmachung von KDE ein und gehört zu den 50 gefragtesten Rednern in der IT Branche dieses Jahr.
Georg Greve von der Free Software Foundation Europe stellt die Verbindung zwischen Open Source und Nachhaltigkeit her.

Der Anlass wird abgerundet mit einem Apéro.

Was ist KDE?
KDE ist eines der weltweit grössten Open Source projekte, mit rund 1500 aktiven Mitarbeiter und einer geschätzten Benutzerzahl von weit über 50 Millionen. Neben einer benutzerfreundlichen Oberfläche für Linux und andere UNIX Betriebssysteme bietet das Projekt auch hunderte von Softwaretiteln aus allen Kategorien. Vom Webbrowser über instant messaging und Email software, Lernspiele für Kinder, Audio und Video player bis hin zur kompletten Office Suite ist alles dabei. KDE Software ist in über 60 Sprachen übersetzt und kann seit kurzem auch auf den Microsoft Windows und Apple Mac OS X Betriebssystemen verwendet werden.

Weitere Informationen auf der Webseite von KDE

Freitag, 23. Januar 2009 – ab 21:00 Uhr – Creative Commons Showcases – freie Lizenzen für Filme, Design und Musik

Immer mehr Kreative verwenden für ihre Werke Creative-Commons-Lizenzen. Sie tragen so zum Aufbau eines gemeinsam nutzbaren Pools frei verwendbarer Werke bei. Am Freitag, 23. Januar 2009 ab 21:00 Uhr werden im Walcheturm in Zürich erfolgreiche CC-Projekte aus ganz Europa vorgestellt und diskutiert. Dabei geht es um die Fragen, welche was Möglichkeiten Creative-Commons-Lizenzen für Kreative bieten, und weshalb freie Lizenzen für die Gesellschaft wichtig sind.

Folgende Projekte werden unter anderem vorgestellt:

Moderation: Peter Troxler, Creative Commons Niederlande

Weitere Infos finden sich bei Creative Commons Schweiz

Creative Commons setzt sich für eine künstlerfreundliche Anwendung des Urheberrechts ein: Mit modulartigen Lizenzen unter dem Motto “some rights reserved” – zwischen strengem Copyright (all rights reserved) und Public Domain (no rights reserved) – können KünstlerInnen bestimmen, unter welchen rechtlichen Bedingungen sie ihre Werke veröffentlichen und weiter verwendbar machen wollen.

Der Eintritt ist frei. Veranstaltungssprache: Englisch

Datum: 23. Januar 2009
Zeit: ab 21:00 Uhr
Ort: Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich

Linux und das Bazar Modell

Wie lassen sich das organisatorische Modell und die Methoden beschreiben, mit denen sich Linux und andere Open Source Projekte entwickelt haben? In einem wichtigen Text greift Eric Raymond 1997 zur Metapher von Kathedrale und Bazar (1). Das Konzept Kathedrale entspricht einem Projekt – mit Plan, zentralen Ressourcen und einer hierarchischen Organisationsstruktur.

In der Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, wie weit das Bild des Bazars zutrifft. Auf dem Bazar treffen gleichartige Akteure aufeinander, vermittelnd wirkt der Marktmechanismus. In der Linux Community treffen die Entwickler nicht einfach unstrukturiert aufeinander, sondern in einem moderierten Prozess.

Der Moderator in diesem Fall ist Linus Torvalds. Eric Ramond betont in seinem Text immer wieder Torvalds unverzichtbare Rolle – beim mobilisieren des weltweiten Talentpools oder als „Gatekeeper“. Seine „design intuition and cleverness“ seien unverzichtbar. Die Diskussionsrunde hat hier durchaus Parallelen zu kleineren zivilgesellschaftlichen Projekten, wo eine moderierende, motivierende, kommunikative Figur häufig unabdingbar ist. Optimal ist, wenn diese Leaderfigur nicht einfach eigene Vorstellungen implementieren will, sondern im Gravitationszentrum des Netzwerks mitdriftet.

Hier liegt wohl auch ein Beitrag zu Frage, warum die Linux-Community nicht durch kreuz und quer verlaufende Spaltungen pulverisiert worden ist. Einerseits halten Linus und ein engeres Netz die Community im Zustand von Offenheit und Ausgleich. Andererseits ist Linus eben auch deswegen stark legitimiert – den meisten Entwicklern dürfte klar sein, dass ein Zerfall in verschiedene kleine Kernel-Communities das Ende der Relevanz von Linux bedeuten würde.

Grössere Passagen des Textes sind ziemlich praxisnah. Raymond bringt Erfahrungen aus der Entwicklung des Mailprogramms „Fetchmail“ ein. Er betont, dass Entwickler von persönlichem Interesse an der Sache getrieben sein sollten.

In zurückhaltender Tonart geht Raymond auf die Frage ein, was das erfolgreiche Funktionieren der Linux-Community erklären kann. Er spricht mit dem Anarchisten Kropotkin die Mobilisierung „vieler zusammen strebender Willenskräfte“ an. Raymond verweist auf selbstadaptive Systeme in Biologie und Wirtschaft.

Diese Elemente treffen aber auch auf andere Bewegungen mit zivilgesellschaftlichen Wurzeln zu und erklären nicht unbedingt, warum ausserhalb der digitalen Welt von Linux stark institutionalisierte Formen der nationalen und internationalen Zusammenarbeit dominieren, etwa bei WWF, Mobility oder Pfadfindern.

Zum Schluss haben wir in der Lesegruppe „Wissensgesellschaft“ auch noch kurz diskutiert, was den Linux von andern Betriebssystem unterscheidet. Hypothese: Kathedralenprojekte wie Windows oder MacOS werden durchgehend als Produkte geplant, entwickelt und vermarktet. Bei Linux sind die Ebenen von Ressource und Produkt getrennt. Linux als Set von Kernel, Treibern und weiteren Modulen ist eine Ressource, die von der Entwicklercommunity fliessend erweitert wird. Zum Produkt wird Linux als Distribution. Da schnüren andere, teils stark institutionalisierte Akteure Bausteine aus dem Ressourcenpool zu einem für Endanwender nutzbaren Produkt.

Urs

 

1) Eric Raymond – The cathedral and the bazar
http://www.catb.org/esr/writings/cathedral-bazaar/

Mitgliedertreff am 5. Januar

Die Digitale Allmend trifft sich zum monatlichen Treffen am Montag 5. Januar 2009 um 19:00 (bis gegen 20:00).

Treffpunkt ist wiederum das

Restaurant Gloria
Josefstrasse 59
8005 Zürich

Eingeladen sind alle die Interesse an der Digitalen Allmend haben.

Spezialthema von heute wird die Organsation vom CC Saloon im Walcheturm sein.