Kulturministeriumwahl: Raphael Urweider antwortet zu Freie/Offene Kultur

Im Rahmen der Wahlen zum Kulturministerium hat die Digitale Allmend bei den beiden Kandierenden Dominik Riedo und Raphael Urweider nachgefragt.

Wählen kann man den Kulturminister noch bis am 11.9.2007 auf der Webseite des Kulturministeriums.

Hier die Antwort von Raphael Urweider:

Was sind Vorteile und/oder Nachteile, aus der Sicht der Künstler bzw. Kreativen, Material unter einer offenen Lizenz zu veröffentlichen (CC,copyleft)?

Im idealfall ist das Material allen zugänglich, kann kreativ weiterverwendet
und verbreitet werden. Volkslieder oder Märchen zum Beispiel funktionieren
seit jeher nach dieser Art. Ein Nachteil ist vielleicht, dass grosse Vertriebsfirmen kein Interesse mehr
daran haben, Kulturgut zu vertreiben, da sie nicht mehr so unverschämt reich
werden können.

Sollte die freie Vermischung von Kultur (z.B. das Remixing oder Sampling von Musik) immer möglich sein? Welche Fälle würden sie ausschliessen?

Keine.

Verhelfen offene Lizenzen Künstlern zu einem grösseren Publikum?

Tendenziell ja. Das Problem heute ist, dass die Menschen den Wert von
Dingen, die gratis oder billig sind, oft nicht anerkennen. Doch ist das
freie Verfügen über das eigene Werk oft Voraussetzung, nicht Ausverkauft zu
werden.

Was sind die Vorteile, aus der Sicht der Gesellschaft, die Erstellung von Werken mit offenen Lizenzen zu unterstützen?

Eine offene, demokratische Gesellschaft sollte auch offene und demokratische Strukturen finden, um den Güteraustausch zu regulieren. Somit würde der Wert von Gütern nicht nur über Geldwert und Markenschutz bestimmt werden, und es wäre möglich, der Diktatur grosser Konzerne etwas entgegenzuhalten.

Inwiefern würde das Kulturministerium unter ihrer Führung die freie Kultur unterstützen?

Ich bin bereits Mitglied auf Plattformen wie www.mx3.ch (http://www.mx3.ch/artist/ldeep2)

oder myspace.com (http://www.myspace.com/djairafrique), die für freie Musik
stehen.

Zudem würde ich das kulturministerium.ch mit mx3.ch verlinken, meine
Lieblingssongs in Playlists zusammenfassen und so ein freies Kulturradio schaffen. Natürlich auch Kontakt mit den Verwertungsgesellschaften aufnehmen, und mich über deren Politik informieren.

Zusatzfrage aus Aktualitätsgründen: Was ist ihre Meinung zu DRM (Digital Rights Management)?

Das ist Blödsinn. Neanderthal. Als würde jeder Stromanbieter neue Steckdosen erfinden und dann die passenden Geräte dazu verkaufen.

Sollen alle Künstler die Erlaubnis haben einzelne Werke unter einer CC Lizenz zu veröffentlichen und Mitglied einer Verwertungsgesellschaft zu sein? (Zusatzinfo ProLitteris, Suissimage erlauben dies. Die SUISA nicht)

Grundsätzlich stehe ich dafür ein, dass die Kunst den KünstlerInnen gehören soll. Da die Suisa jetzt schon mit MP3-Playern Geld verdient, sollte sie
sich überlegen, wie unfrei sie ihre Mitglieder halten will. Falls es zu einer Austrittswelle käme, hätte die Suisa plötzlich ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Die Antwort von Dominik Riedo ist bereits im Blog. Wer immer noch unsicher ist bei der Wahl, der kann den Kulturfragebogen ausfüllen.

29.9.2007 – 3. Wikipediatag 2007 in Bern

Die freie Enzyklopädie Wikipedia gehört zu den zehn beliebtesten Diensten im Internet. Immer mehr Menschen nutzen deren Inhalte. Der Verein Wikimedia CH veranstaltet am 29. September 2007 in der Aula der Pädagogischen Hochschule PHBern den dritten Wikipediatag in der Schweiz.

Die Veranstaltung richtet sich an Wissensarbeitende wie Dozierende, Bibliothekarinnen, Archivare, Journalisten und Studierende. Sie bietet einen Einblick in gemachte Erfahrungen, Arbeitsweisen und Potentiale der Wikipedia. Mit Wikisource, Wikimedia Commons und Antbase werden ausserdem drei weitere Projekte des offenen Wissens vorgestellt.

Ausgewiesene Expertinnen und Experten garantieren für ein spannendes Programm: Dr. Donat Agosti (Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern), Dr. Peter Haber (Universität Basel), Jan Hodel (Fachhochschule Nordwestschweiz), Dr. Marco Jorio (Chefredakteur des Historischen Lexikons der Schweiz), Michail Jungierek (Wikimedia Deutschland, Hamburg), Delphine Ménard (Wikimedia Foundation, Frankfurt a.M.), Dr. Emanuel Meyer (Eidgenössisches Institut für geistiges Eigentum) und Irmgard Wiesner (Administratorin bei Wikipedia).

In zusätzlichen Workshops können Teilnehmende unter Anleitung in der Wikipedia und in Wikisource selber editieren.

Der Wikipediatag wird organisiert von Wikimedia CH, mit freundlicher Unterstützung der PHBern und in Kooperation mit der Digitalen Allmend.

Logo Wikimedia CHWeitere Infos und detailliertes Program unter: http://www.wikipediatag.ch

Flyer und Plakat

Ort: Aula PHBern, Gertrud-Wokerstrasse 5, Bern

Zeit: 10:00 – 18:30

Eintritt ist frei

Kulturprozent schreibt Werkbeiträge für Digitale Kultur aus

Der immer sehr lesenswerte Newsletter digital brainstorming – computer kultur newsletter hat in seiner August Ausgabe eine sehr interessante und begrüssenswerte Ausschreibung:

6 >>> Ausschreibung für Werkbeiträge im Bereich der digitalen Kultur

Das Migros-Kulturprozent stärkt die Förderung im Bereich der digitalen Kultur: Diesen Herbst werden Werkbeiträge für Produktionen im Wert von 50’000 Franken ausgeschrieben. Gesuche können ab sofort eingereicht werden. Anmeldeschluss ist der 31. August 2007. Die Werkbeiträge werden Ende Oktober im Rahmen des neuen Festivals der elektronischen Künste “shift” in Basel bekannt gegeben. Diese neue Fördermassnahme ergänzt die seit 1998 bestehenden Aktivitäten des Migros-Kulturprozent im Bereich digitaler Kultur. Dazu zählen Projekte wie “digital brainstorming”, “bugnplay.ch” oder “homemade-labor”. Von der Förderung durch Finanzierungsbeiträge haben bisher zahlreiche Künstler und Institutionen profitiert.

Richtlinien und Teilnahmeformular: http://www.kulturprozent.ch/g3.cfm/s_page/51080

Hoffen wir das auch einige freie oder offene Projekte aus unterschiedlichen Bereichen unterstützt werden. Die Chancen sollten gut sein, da die Richtlinien explizit auf “Open Source Projekte” und partizipative Projekte Hinweisen.

Interview with Gilberto Gil – Minister of Culture and Musician about Free Culture

Gilberto Gil is the Brasilian minister of culture. He is still an active musician and currently on a European tour. Digitale Allmend interviewed him by e-mail and proudly presents the questions and answers.

What are the advantages, from an artists point of view, of releasing material under an open license (CC, or copyleft)?

I think that, thru one of these licenses, the artist will keep direct control of his or her work by establishing or reestablishing self-management as a real possibility. The works would be under the
artist’s direct administration and authorship supervision.

Should free appropriation of culture (e.g. remixing, sampling of music) always be possible? What cases would you exempt?

It has always been possible and should be kept that way. The creation and distribution of content, artistic or scientific, have always been based on interactivity. Culture is interactivity and in the context of the new technological convergence we may guarantee the balance between all the different interests at stake, the individual, the social, the corporate, and so on. Exemptions will be always necessary to be considered and regulatory bodies will exactly play the role of establishing sets of rules for all the players involved.

Does open licensing help artists from less dominant cultures to reach broader audiences?

So far, the experience shows that new opportunities have been given to small projects that use new licensing models and new business models made possible by the cyber-culture. Lots of new artists start to reach alternative markets thru this new modelling. The CC licenses, for example, have increased to over one hundred million, worldwide, in the last three years. It could be considered a good sign and a showing of great potential for the future.


What are the advantages, from a society point of view, to support the creation of material under an open license?

If we consider that a society is but the gathering of all the common interests involved in the interplay between all different private interests, a system that provide more open and democratic opportunities to all ( as it would be the case of a system with many possible forms of licenses) can be considered more advantageous than any other.

How is free culture supported by the Brasilian governement?

In various ways: thru a free software program to all the government administrative areas, thru the Live Culture program of the Culture Ministry, thru the alternative licensing for medicines as the HIV program supported by our government, thru a new proposal for updating the national legal framework on copyright and other initiatives.

(Translations are available in German, French, Italien)

Interview mit Gilberto Gil – Brasiliens Kulturminister und Musiker

Gilberto Gil ist Brasiliens Kulturminister. Er ist immer noch aktiver Musiker und aktuell auf einer Europa-Tournee. Die Digitale Allmend hat ein schriftliches Interview mit ihm geführt:

Was sind Vorteile, aus der Sicht der Künstler bzw. Kreativen, Material unter einer offenen Lizenz zu veröffentlichen (CC, copyleft)?

Ich denke, dass der Künstler über eine dieser Lizenzen die direkte Kontrolle über sein Werk bewahren kann. Gleichzeitig kann der Künstler auf diesem Weg seiner Werke selbstständig vermarkten. Das eigenständige Vermarkten erhält auf diesem Weg wieder ein reelle Chance, indem das Werk direkt der Administration des Urhebers untersteht und dieser stete die Oberaufischt behält.

Sollte die freie Vermischung von Kultur (z.B. das Remixing oder Sampling von Musik) immer möglich sein? Welche Fälle würden sie ausschliessen?

Dies war schon immer möglich und sollte auch weiterhin so bleiben. Die Kreation und Verbreitung von Inhalten, seien diese künstlerischer oder wissenschaftlicher Natur, basiert seit je her auf Interaktion. Kultur ist interaktiv und im Kontext der neuen technologischen Konvergenzen, müssen wir eine Balance finden, welche die verschiedenen individuellen, kulturellen und gemeinschaftlichen Interessen gleichermassen berücksichtigt. Aunsnahmen werden notwednigerweise immer diskutiert und berücksichtigt werden müssen und die Gesetzgeber werden Regeln aufstellen müssen, welche alle beteiligten Parteiein berücksichtigen.

Verhelfen offene Lizenzen Künstlern weniger bekannter Kulturen zu einem grösseren Publikum?

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass für kleinere Projekte, welche neue Lizenzsysteme und neue Geschäftmodelle einsetzen, durch die cybercultur neue Chance entstanden sind. Viele neue Künstler erreichen dank diesen neuen Modellen alternative Märkte. Zum Beispiel wurden in den letzten drei Jahren weltweit über hundert Millionen Werke unter CC lizenziert. Dies könnte man als positives Zeichen bewerten, welches das enormale Potential für die Zukunft aufzeigt.

Was sind die Vorteile, aus der Sicht der konsmierenden Gesellschaft, die Erstellung von Werken mit offnen Lizenzen zu unterstützen?

Wenn man bedenkt, dass eine Gesellschaft alle gemeinschaftlichen Interessen erfasst, welche zudem mit all den verschiedenen privaten Interessen Zusammenspielen, so ist ein System mit offenen und demokratischen Strukturen (wie zum Beispiel in einem System mit verschiedenen Lizenzformen) gegenüber jedem anderen System bestimmt vorteilhafter.

Inwiefern unterstützt die Regierung Brasiliens die freie Kultur?

In verschiedener Hinsicht: z.B. mit einem freien Computerprogramm durch alle administrativen Bereiche der Regierung; Mit einem Live-Kultur Programm des Kulturministeriums; Durch die Vergabe von alternativ Lizenzen für Medikamente, wie zum Beispiel in dem von den Regierung unterstützten HIV Preogramm; durch neue Vorschläge im Rahmen der Revision der rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich Copyrights und anderen Initativen.

Interview avec Gilberto Gil – musicien et Ministre de la Culture (Brésil)

Digitale Allmend a posé des questions à Gilberto Gil pendant sa tournée européenne. Gilberto Gil est Ministre de la Culture du Brésil et musicien.

Du point de vue d’un artiste, quels avantages y a-t-il à publier des contenus sous à une licence ouverte (CC ou copyleft)?

Je crois qu’à travers une de ces licences, l’artiste gardera un contrôle direct de son travail en rétablissant l’autogestion (self-management) comme une possibilité réelle. Les oeuvres seraient administrées directement par l’artiste qui pourrait en contrôler l’attribution.

Est-ce que la libre appropriation de la culture (p. ex. remixage ou sampling musicaux) devrait toujours être possible? Avec quelles dérogations?

Cela a toujours été possible et devrait toujours le rester. La création et la distribution de contenus artistiques ou scientifiques ont toujours été basées sur l’interactivité. La culture est interactivité, et dans le cadre de la nouvelle convergence technologique, nous devrions assurer un équilibre entre les différents
intérêts en jeu: individuels, sociaux, commerciaux, … Il faudra toujours tenir compte d’exemptions et le législateur aura le rôle délicat de fixer les règles du jeu pour tous les acteurs concernés.

Est-ce que les licences ouvertes permettent aux artistes originaires de culture moins dominantes d’atteindre un publique plus vaste?

La cyberculture a déjà produit de nouvelles opportunités pour de petits projets qui employent de nouveaux models de licence et a donnée lieu à de nouveaux modèles commerciaux. À travers ces nouveaux modèles, de nombreux nouveaux artistes commencent à se faire remarquer
sur des marchés alternatifs. Par exemple, au cours des trois dernières années, plus de 100 millions d’oeuvres, globalement, ont été mises sous une licence CC. On peut considérer que c’est un bon signe, qui montre un grand potentiel pour le futur.

Quels avantages la société peut-elle tirer du soutien à la création de matériel sous licences ouvertes?

Si on considère qu’une société est la somme de tous les intérêts communs générés par l’interaction des tous intérêts privés, un système qui offre à tous plus de chances ouvertes et démocratiques (ce qui
serait le cas d’un système offrant de nombreuses formes de licence) peut être considéreré plus favorable que tout autre système.

Comment le gouvernement brésilien soutient-il la culture libre?

De plusieurs manières. Par exemple: à travers le programme d’utilisation des logiciels libres dans tous les domaines administratifs du gouvernement; à travers le programme “Culture vivante” promu par le ministère de la culture; à travers l’utilisation de licences alternatives pour les médicaments, notamment dans le cadre du programme VIH promu par le gouvernement; à travers la proposition récente de renouveler le cadre juridique des droits d’auteurs., et à travers d’autres initiatives.

Intervista a Gilberto Gil – musicista e ministro della cultura (Brasile)

Digitale Allmend ha fatto alcune domande a Gilberto Gil durante il suo tour europeo. Gilberto Gil è Ministro della Cultura del Brasile e musicista.


Dal punto di vista di un artista, quali vantaggi si possono trarre dalla pubblicazione di opere sotto una licenza aperta (CC o copyleft)?

Credo che l’utilizzazione di una di queste licenze, permetterà all’artista di mantenere un controllo diretto sulla sua opera stabilendo – o ristabilendo – una possibilità reale di optare per l’autogestione. Le opere sarebbero gestite direttamente dall’artista, che ne potrebbe controllare direttamente l’attribuzione.


La libera appropriazione della cultura (i remix, il campionamento della musica, …) dovrebbe sempre essere possibile? In che casi prevederebbe delle deroghe?

È sempre stata possibile e tale dovrebbe restare. La creazione e la distribuzione di contenuti artistici o scientifici è da sembre basata sull’interattività. La cultura è interattività e nel quadro della recente convergence tecnologica dovremmo garantire l’equilibrio tra i differenti interessi in gioco: gli interessi individuali, sociali, aziendali, ecc. Sarà sempre necessario prevedere delle deroghe: il legislatore avrà il ruolo delicato di stabilire gli insiemi di regole applicabili à tutti i soggetti coinvolti.

Le licenze aperte aiutano gli artisti provenienti da culture marginalizzate a raggiungere un pubblico più vasto?

L’esperienza insegna che la cultura cibernetica ha già offerto nuove opportunità a dei piccoli progetti che utilizzano dei nuovi modelli di licenza e dei nuovi modelli commerciali. Numerosi nuovi artisti riescono ad accedere a dei mercati alternativi grazie a questi nuovi modelli. Per esempio, il numero di opere sotto una licenza CC ha a livello mondiale i 100 milioni negli ultimi tre anni. Sembra essere un buon segno e un indicatore di un ottimo potenziale per il futuro.

Quali vantaggi la società può trarre dall’incentivazione della creazione di opere sotto licenze aperte?

Se definiamo la società come la somma di tutti gli interessi comuni prodotti dall’interazione fra i diversi interessi privati, un sistema che offre più opportunità democratiche e aperte a tutti (come nel caso di un sistema che rende possibile l’uso di numerose forme di licenze) può essere considerato come più vantaggioso di ogni altro sistema.

Come avviene il sostegno del governo brasiliano alla cultura libera?

In vari modi. Per esempio, attraverso il programma d’utilizzo di software libero per tutti campi amministrativi del governo; attraverso il programma “Cultura Viva” promosso dal ministero della cultura; tramite l’impiego di licenze alternative per i medicinali, per esempio nel programma HIV promosso dal governo; attraverso la recente proposta d’adattamento del quadro legislativo nazionale in materia di diritti d’autore, e in altri modi.

Beispiele zu “Copyright killt Kreativität”

Oftmals wird und die Frage nach Beispielen gestellt, weshalb ein schärferes Urheberrecht problematisch ist und das Kulturschaffen behindern kann. Zwei gute wahre Beispiele hat nun Thomas Haemmerli, Journalist und Regisseur in seinem Blog veröffentlicht. Es geht dabei um seinen Film “Sieben Mulden und eine Leiche” und der misslungene Versuch Rechte für urheberrechtlich geschütztes Material zu erhalten:

Beispiel 1: Unbezahlbare Rechte bei Universal

Ein Freund von mir, der schon lange Film macht, gestand mir damals, für seinen Film über eine historische Figur habe er einiges einfach rein geschnitten, weil die Rechte unbezahlbar seien, er hätte den Film gar nicht machen können, hätte er sich an die geltenden Gesetze gehalten. Bei meinem eigenen Film war es unmöglich, auch nur zwanzig Sekunden eines Songs zu erwerben, über den obendrein drüber gesprochen wurde. Die erste Antwort auf eine Anfrage meiner Produzentin an die Plattenfirma Universal lautete: Das könnt ihr eh nicht bezahlen. Wir erklärten, wir würden im Nachspann und überall Werbung für den Musiker machen, links zu Universal legen und obendrein Geld bezahlen, alleine, die Plattenfirma war nicht interessiert.

Beispiel 2: Gratisdownload verboten für SUISA Mitglieder

Für eine andere Stelle im Film, fabrizierte ich mit dem Produzenten Alexander Fähndrich ein anzügliches Lied, das der Schauspieler Martin Rappold sang und das wir eigentlich als Gratisdownload auf unserer Heimseite stellen wollten. Die Suisa verbietet ihren Mitgliedern aber, das sie für einen Auftraggeber etwas gratis abgeben und wir hätten pro Download MEHR zahlen müssen, als wenn wir dafür Geld verlangt hätten. Jetzt kann man den Song halt auf Fähndrichs Homepage herunterladen.

Der ganze Beitrag gibt es im Blog Artikel von Thomas Haemmerli. Weitere Infos zur Problematik findet sich bei der Initiative Kunstfreiheit.

Veranstaltung: Theaters of Possession

Einladung zum Digitalen Salon des Studienbereichs Neue Medien
Do, 5.7.2007, 20:00, im Cabaret Voltaire

“Theaters of Possession OS, Konrad Becker,
http://www.cabaretvoltaire.ch/aktuell/aktuell.php?ID=80

“Theaters of Possession OS” untersucht die psychologischen und subjektiven Grundlagen von Kommunikationstechnologie in Informationsgesellschaften. Die räsentation beleuchtet die Zusammenhänge von Besessenheit und Besitz, geistigem Eigentum und Technologien kultureller Reproduktion im Zusammenhang mit dem Konzept von “Strategic Reality”.

Die Geschichte der Medientechnologie ist eine Spukgeschichte. High-Tech Simulationssysteme des Military-Entertainment Komplex haben ihren Ursprung in den Spektakeln der Phantasmagorie, eines maschinellen Gespensterdramas vom Ende des 18 Jahrhunderts. Von Anbeginn ist die Entwicklung mimetischer Maschinen begleitet von seltsamen Spiegelwelten und Spukgestalten aus dem Jenseits. Eine Unzahl von Geistern auf der Suche nach einem Körper inkarnierten sich in den neuen Medien. Die gesamte Frühgeschichte des Films und der Photographie ist von (Un-)Toten besiedelt und auch die Erfindung des Radios war begleitet von der Vorstellung nun mit den Toten kommunizieren zu können. Umgekehrt wird Technologie erfolgreich angewendet um die Lebenden zum Verstummen zu bringen. Lebendig begraben unter Systemen der symbolischen Herrschaft.

Der böse Blick wacht über die Katakomben des Intellectual Property und der sozialen Kategorisierung. In einer Welt des Informationsfeudalismus, sind die Theaters of Possession die Schlachtfelder der Kontrolle von Objekt uns Subjekt. In den Medien des Alltags zeigt sich das Enigma der Zombies: Was ist der Unterschied zwischen Tod und Leben?

Konrad Becker, Global Security Alliance

Konrad Becker gründete das Sicherheitsdienstleistungsunternehmen “Global-Security Alliance”, leitet das “Institut für neue Kulturtechnologien/t0”, ist Initiator des Cultural Intelligence Network “World-Information.Org” und war Mitbegründer von “Public Netbase” (1994-2006). Zahlreiche eröffentlichungen als Autor, Künstler, Komponist, Organisator und Produzent etc.. im Bereich Informationstechnologien. Veröffentlichung u.a. von “Tactical Reality Dictionary” (Autonomedia/Selene 2002, online: http://world-information.org/trd

Global Security Alliance bietet als Unternehmen für Sicherheitsdienstleistungen ein breites Spektrum von Systemlösungen und Einzelanwendungen für vielfältige sicherheitskulturelle Anforderungen.

www.global-security-alliance.com
www.world-information.org
www.t0.or.at